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Aufregende Tauchspots vor Aruba

Ich habe geträumt. Vom blauen Wasser der Karibik. Vor der Küste Arubas bin ich wohl ins Wasser geplumpst und abgetaucht. Hinter den aufsteigenden Blubberbläschen sah ich einen Schwarm kecker Gelbstreifen-Grunzer. Ich folgte der Formation durchs 27 Grad warme Wasser. Unter uns der weiße Sand der Karibik, hübsche Fächerkorallen und Röhrenschwämme, die sich friedlich in der seichten Strömung wiegten. Eine grüne Muräne streckte sich gerade nach mir, als ein Papageifisch vorbeisauste und meinen Blick nach oben lenkte. Der Gelbstreifen-Schwarm führte mich geradewegs auf eine dunkle Wand zu. 

Obwohl ich langsamer mit den Finnen trat, kam ich der großen Wand näher. Ein diffuser Umriss, Abenteuer lag dort voraus. Ich habe geträumt, einer der Grunzer drehte sich aus dem Schwarm zu mir um. Er blinzelte kurz und brach aus der Formation aus. Ich träumte ja wohl! Und folgte ihm. Es war ein Wrack und dieses Kerlchen kannte wohl einen guten Zugang.

Oben auf dem Deck des ehemaligen Frachters stand noch immer der Mast. Er ragte sogar aus dem Wasser. Algen und Polypen wucherten auf den alten Schiffsplanken und der Reling. Sein Untergang musste mit einem Knall begonnen haben, das Schiff war in der Mitte gebrochen, zerfetzte Stahlbalken ragten in alle Richtungen. Bug und Heck des Schiffs konnte ich trotz guter Sicht nicht ausmachen, das musste das längste Schiffswrack sein, das ich je gesehen hatte.

Rote Soldatenfische machten die Runde um die Seilwinde, ein Franzosen-Kaiserfisch knabberte an einer Luke. Was wohl dahinter ist? In den Bauch des Schiffes wagte ich mich nicht, es erschien mir so geisterhaft und unheimlich. Mein Freund, der Grunzerfisch blinzelte erneut.

Im Traum ist alles möglich, denn plötzlich waren wir an einem anderen Riff vor Aruba. Dort war es viel bunter und lebendiger als am alten Frachter Antilla.

Rotgepunktete Karibik-Juwelenbarsche, schwarzgepunktete Kofferfische und gestreifte Schnapper umkreisten einen Garten aus Hirnkorallen und grünen Röhrenschwämmen. Ein Röhrenwurm drehte sein fedriges Kleid gerade aus seiner Röhre. Als wir über ihn hinwegschwebten, schlüpfte er blitzschnell zurück. Ein von Algen überwuchertes Rad lag da im Sand vor mir. War das eine Turbine eines Flugzeugmotors? Ein paar Meter weiter schaute es mich an: Ein Flugzeug mit zwei Löchern, da wo einmal die Frontfenster waren.

Der Gelbe schwamm geradewegs darauf zu! Wir schauten neugierig ins Cockpit. Die Stahlskelette der Sitze waren noch da, umschwärmt von kleinen blauen Riffbarschen. Die Maschine der Air Aruba lag nicht tief, ich sah Schnorchler darüber kreisen.

Den Rumpf entlang tasteten wir uns zur Treppe und stiegen ins hohle Innere. Aus den Fenstern betrachtete ich das bunte Treiben draußen am Meeresboden. Dann sah ich zu meinem Begleiter. Der Grunzer sah zu einer Karettschildkröte hinüber, die gerade vorüberschwebte. Sie blinzelte mir zu. Und ich tauchte aus dem Traumland wieder auf. Habe ich von Arubas aufregenden Tauchspots wirklich nur geträumt?

About the blogger: Claudia Ottilie
Seit ihrer Weltreise reist Claudi um die Welt - nicht am Stück, aber immer wieder. Auf claudiumdiewelt.de berichtet sie seit mehr als 10 Jahren von den schönsten Flecken der Welt. Inseln mag sie besonders, ob tropisch warm wie in der Karibik oder eisig schön wie in Skandinavien. Aruba findet sie besonders spannend wegen der Schätze, die die Insel vor ihrer Küste unter Wasser verbirgt.